Die nächsten Termine

< Oktober 2017 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31          

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Faid

Vom Ledereimer zum Feuerwehrfahrzeug

Die Gemeinde Faid wurde, bevor es einen organisierten Brandschutz gab, mehrmals von fürchterlichen Feuersbrünsten heimgesucht. Im Jahre 1682 brannte das gesamte Dorf bis auf die Pfarrkirche ab.

Durch einen Blitzeinschlag während eines Gewitters am 13. Juli 1714 wurde das gesamte Dorf samt Pfarrkirche bis auf 4 Häuser ein Raub der Flammen. Damals waren noch alle Häuser aus Fachwerk mit Strohdächern hergestellt, welches bei Feuersbrünsten dem „roten Hahn“ reichlich Nahrung bot.

Einige Jahre später gab es den Erlass, dass alle Haushalte zum Kampf gegen das Feuer Ledereimer zur Löschwasserherbeischaffung vorhalten mussten.

Etwa um 1870 kaufte die Gemeinde Faid eine Feuerlöschspritze, nachdem ein Erlass vom 11. März 1850, eine neue Polizeiverordnung für Brandeinsätze in Kraft trat. Diese Handdruckspritze wurde mit Hilfe der Ledereimer mit Wasser gefüllt, welche in Eimerketten vom „Brandweiher“ zur Spritze gereicht wurden. Auf jedem Ledereimer stand der Familienname, so dass dieser nach einem Brand zum richtigen Besitzer zurückkam. Alarmiert wurde die Dorfbevölkerung bis zum Jahr 1940 durch die Feuerglocken (Sturmläuten) im Kirchturm und durch den Ruf „Feuer! Feuer!“

Am 31. März 1921, morgens gegen 3.00 Uhr, wurde von einem Landstreicher die Schwester von Nikolaus Oster während eines Einbruchs ermordet. Um die Spuren zu verwischen, wurde deren Haus angezündet. Da dieses Feuer so früh morgens gelegt wurde, konnte sich dieses unbemerkt ausbreiten. Außer dem Haus des Nikolaus Oster wurde auch das von Johann Rochulus ein Raub der Flammen.

Nachdem man das Feuer entdeckt hatte, wurde die schon seit langem bestehende Pflichtfeuerwehr durch den Ruf „Feuer! Feuer!“ und die Kirchenglocken alarmiert. Sofort wurde die Spritze, der Requisitenwagen und sämtliche Einreißgeräte aus dem kleinen Spritzenhaus entnommen und zur Brandstelle von Hand gezogen. Die Dorfbevölkerung bildete aus ihren Ledereimern eine Eimerkette und befüllte so die Handdruckspritze.

Zur Unterstützung kam, als das Feuer auch im Nachbardorf bemerkt wurde, die Löschmannschaft aus Dohr. Denn seit dem 29. April 1907 trat die Polizeiverordnung für den Kreis Cochem über Hilfeleistung bei Bränden in benachbarten Gemeinden in Kraft. Auch die Faider Wehr rückte hin und wieder nach Dohr aus, um wirksame Hilfe zu leisten.

Das Feuer vom März 1921 war wohl ausschlaggebend für die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. Bei diesem Einsatz muss es zu einigen Missverständnissen und Fehlern in der Organisation und Feuerlöschtaktik gekommen sein. Denn bis 1924 gab es noch eine Pflichtfeuerwehr, zu der sich jeder männliche Einwohner vom vollendeten 16. bis zum 60. Lebensjahr einzugliedern hatte.

 

Zurück